Kredite online vergleichen und sich schnell verschulden

Andreas Hermsdorf  / pixelio.de

Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Die Zahl der verschuldeten Haushalte in Deutschland wächst von Jahr zu Jahr. Immer mehr Menschen müssen zu Schuldnerberatungen um wieder Ordnung in ihr finanzielles Chaos zu bringen. Private Schuldnerberatungen haben Hochkonjuktur und sind in immer mehr deutschen Städten zu finden. Die Möglichkeit, sich heute schnell zu verschulden ist überall gegeben. Neben den verlockenden Null-Prozent-Finanzierungen kann man auch im Internet schnell und einfach Kredite vergleichen. Häufig erhält man online nicht nur besser Konditionen für den Wunschkredit, sondern kann auch mit einer leicht eingeschränkten Bonität noch zu einem Kredit kommen. Webseiten werben zudem mit Schlagwörtern wie Sofortkredit, Kredit ohne Schufa oder 100% Zusagen. Dies alles macht es den Menschen sehr leicht sich schnell zu verschulden und die eigenen finanziellen Möglichkeiten zu überschätzen. Lesen Sie hierzu auch den Handelsblatt Artikel zum Thema Überschuldung.

Kostenlose Schuldnerberatungen überfüllt

Neben den privaten Schuldnerberatungen gibt es in vielen Städten auch viele kostenlose Einrichtungen, wo sich Menschen die verschuldet sind kostenlos Hilfe holen können. Zumeist handelt es sich dabei um staatliche Einrichtungen, die nur eine beratende Funktion haben und keine Aktionen für den Schuldner selbst durchführen. Nachfolgend finden Sie eine kurze Übersicht der größten kostenlosen Schuldnerberatungen in Deutschland:


 

Diakonisches Werk Untermain – Schuldnerberatung für den Landkreis AB
Rossmarkt 29
63739 Aschaffenburg
Bayern

Tel.: 06021/3999-60 und -50
0602139990-0001(at)t-online.de


 

Schuldner- und Insolvenzberatung, Jugendschuldnerberatung im Gewerkschaftshaus AWO/DGB
Schwanthalerstr. 64
80336 München
Bayern

Tel.: 089 – 5155645-0
schuldnerberatung(at)awo-muenchen.de

Zur Webseite


Caritaszentrum Innenstadt Schuldnerberatung
Landwehrstr. 26
80336 München
Bayern

Tel.: 089/231149-30
pschubert(at)caritasmuenchen.de


 

Bezirksamt Hamburg-Mitte- Schuldnerberatung
Kurt-Schumacher-Allee 4
20097 Hamburg
Hamburg

Tel.: 040 / 428.54-2212


CV für Berlin e. V. Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle
Große Hamburger Str.18 -19
10115 Berlin
Berlin

Tel.: 030-66633420
sib.mitte(at)caritas-berlin.de


Weitere kostenlose Schuldnerberatungen finden Sie auch unter: http://www.forum-schuldnerberatung.de

Kostenpflichte Schuldnerberatung

Kostenpflichtige Schuldnerberatungen arbeiten zumeist provisionsbasiert. Es gibt jedoch auch hier in den meisten Fällen eine kostenlose Erstberatung, indem zumindest mal über das schwierige Theme der Überschuldung gesprochen wird und einige Optionen aufgezeigt werden. Des Weiteren hilft eine private Schuldnerberatung in der Regel auch bei den administrativen Tätigkeiten und es ist wesentlich einfacher einen Termin zu erhalten.

Schulden und Kredite vermeiden oder loswerden

6,67 Millionen Deutsche über 18 Jahren sind laut der Auskunftei Creditreform überschuldet. Der Verlust der Arbeit, Scheidungen oder Krankheiten sind die häufigsten Gründe dafür, dass sich Deutsche finanziell übernehmen. Doch oftmals fangen die Probleme viel früher an: Ein dauerhaft überzogenes Konto oder kleine Ratenkredite können den ersten Schritt in die Schuldenfalle bedeuten. Wer aber vernünftig wirtschaftet, kann Schulden und Kredite in vielen Fällen vermeiden.

Kaufen auf Pump ist allerdings angesagt wie nie – mancher Konsument verliert da den Überblick und kommt aus Schulden und Krediten nicht mehr heraus. Allzu oft lassen sich Verbraucher auch von der Werbeindustrie ködern. Beispiel Null-Prozent-Finanzierung: Laut Handelsblatt fördern die zinslosen Käufe das Risiko der Überschuldung. Denn das Darlehen wird auch Kunden gewährt, denen die Hausbank kein Geld mehr leihen würde. Das Problem ist also, dass viele Menschen nicht erkennen, dass sie sich einen Kredit nicht mehr leisten können. Zudem wird das Risiko von Dispokrediten und kleinen Anleihen erheblich unterschätzt.

In diesem Artikel erklärt das Team von Schuldnerberatung-infos.de daher nicht nur die Wege raus aus Schulden und Krediten. Wir legen auch einige typische Fehler dar, welche im ungünstigen Fall zu roten Zahlen führen, die man so schnell nicht mehr los wird.

Kein Kredit = keine Schulden

Wer gar nicht erst raus aus Schulden und Krediten möchte, sollte im Idealfall nur das ausgeben, was er auch zur Verfügung hat. Vor einer Anschaffung sollte sich jeder Verbraucher fragen, ob das Geld nicht nach einer Weile Sparen auch zur Verfügung hat. Diese Binsenweisheit ist nach wie vor aktuell, wird in der Realität aber nicht immer umgesetzt. Nicht Jeder ist so diszipliniert und sparsam und finanziert sich beispielsweise den Wunschurlaub lieber über einen Kredit, den er in kleinteiligen Raten zurückzahlt. Auch vermeidbares unkontrolliertes Einkaufen im Shoppingcenter oder im Internet erhöht das Risiko von Schulden.

Was ist aber, wenn plötzlich ein Ersatz für die defekte Waschmaschine benötigt wird, aber gerade kein Geld auf dem Konto vorhanden ist? In diesem Fall macht eine vorübergehende Finanzspritze durchaus Sinn. Wichtig ist aber immer, sich vorher über die einzelnen Möglichkeiten zu informieren und bereits einen Plan zu haben, wie sich Schulden oder Kredit später begleichen lassen.

Schulden bei kleinem Kredit? Teure Gebühren als Kostenfalle

Viele Verbraucher werden sich fragen, ob ein kleiner Kredit später tatsächlich eine große Belastung werden kann. Solange die Raten wie geplant bezahlt werden können, ist es meistens unproblematisch, sich ein wenig Geld zu leihen. Was ist aber, wenn ein plötzliches Ereignis, im schlimmsten Fall zum Beispiel der Tod des Versorgers der Familie, die Ratenzahlung verzögert? Dann dreht sich die Schuldenspirale durch Verzugszinsen und Mahngebüren sowie weitere Zusatzkosten schlimmstenfalls immer weiter zu.

Kleine Kredite sind von diesem Phänomen sogar besonders betroffen, da zusätzliche Gebühren Strafzahlungen bei ausbleibenden Raten pauschal berechnet werden. Im Vergleich zur eigentlichen Forderung ist die zusätzlich zu bezahlende Gebühr insbesondere bei kleineren Darlehen überproportional hoch.

Das belegen auch die Zahlen aus dem Überschuldungsreports 2013 des Instituts für Finanzdienstleistungen (FFI) in Hamburg. Durchschnittlich nehmen Bankkunden für 14.809 Euro einen Kredit auf und müssen dafür 1.661 Euro Zinsen bezahlen. Plus Bearbeitungsgebühren von 269 Prozent kommen zu der eigentlichen Summe effektiv 13 Prozent dazu.

In anderen Branchen fällt der Aufpreis weitaus größer aus: Versicherungen und Vermieter verlangen über 20 Prozent extra. Im Versandhandel wird sogar durchschnittlich zusätzlich 33 Prozent, bei den Telekommunikationsunternehmen sogar 43 Prozent zusätzlich zur Hauptforderung fällig. Dadurch wachsen die Schulden stetig und es fällt immer schwerer, die Kredite später zu begleichen.

Konto überziehen: Dispokredit kann Schulden verursachen

Bei kleineren Investitionen ist es für viele Menschen üblich, das eigene Konto zu überziehen. Etwa jeder fünfte Deutsche macht von dieser Möglichkeit Gebrauch. Der Dispokredit ist eine unkomplizierte und vor allem sofort verfügbare Möglichkeit, an zusätzliches Geld zu gelangen. Ein formeller Antrag ist in der Regel nicht notwendig. Doch für die Flexibilität bezahlen Bankkunden auch einen hohen Preis in Form von heutzutage rund 10 Prozent Zinsen. Damit muss der Verbraucher im Vergleich zu anderen Kreditformen einen deutlichen Zuschlag leisten. Wird der vereinbarte Kreditrahmen gesprengt, werden darüber hinaus noch einmal weitere 5,5 Prozent Überziehungszinsen dazu berechnet. Durch die wachsenden Schulden wird es von Zeit zu Zeit immer schwerer, den Dispokredit zurückzuzahlen.

Wer einen Dispokredit nutzt, sollte sich also schon vorher im Klaren sein, dass er das Konto schnell wieder ins Plus bringen kann. Der Kreditbedarf sollte zwei Monatseinkommen nicht übersteigen und in allerspätestens einem halben Jahr beglichen werden können. Bei längeren finanziellen Engpässen sind Ratenkredite die günstigere Alternative, da sie üblicherweise deutlich geringere Zinssätze aufweisen.

Schulden und weiter Kredite aufnehmen ist keine Lösung

Wer keine andere Möglichkeit sieht als einen Kredit aufzunehmen, sollte sich intensiv auf dem Markt umschauen. Für den Kreditvergleich ist es wichtig, immer die effektiven Kosten, also mitsamt der Bearbeitung, im Blick zu haben. Was ein Ratenkredit durchschnittlich kostet, lässt sich mithilfe der Homepage der Frankfurter Finanzberatung Max Herbst herausfinden. Für einen 10.000-Kredit über 36 Monate liegt der effektive Jahreszins momentan beispielsweise zwischen 3,99 und 7,95 Prozent. Im Gesamtbetrag macht das einen Unterschied von fast 610 Euro oder fast 17 Euro pro Monat.

Bei Krediten sollte die Abzahlungsphase so kurz wie möglich gehalten werden. Dadurch werden die Zinseszinsen minimiert, die bei einer längeren Auszahlung zu einer deutlich höheren Summe führen würden. Die Möglichkeit von Sondertilgungen können die Kosten weiter drücken. Kredite über das Internet sind außerdem meistens günstiger als in der Filiale, da die Kosten für Angestellte und die Beratung nieder ausfallen.

Kredite sollten aber in keinem Fall dazu genutzt werden, um Schulden abzubauen. Das führt meistens nur zu weiteren Schulden, die irgendwann fast zwangsläufig in einem Bankrott resultieren. Auch Kredite ohne positives Schufa Rating sind in 99 Prozent der Fälle nicht die Lösung der Probleme. Die fehlende Bonität wird durch horrende Zinsen bezahlt, die letztendlich den finanziellen Ruin bedeuten können. Schwarze Schafe der Branche nutzen den Notstand der Verbraucher zudem aus, indem sie gekoppelt an den Kredit ohne Schufa unnötige Zusatzversicherungen anhängen und hohe Provisionen berechnen.

Verbraucherschützer stellen leider immer wieder fest, dass die Deutschen die Warnsignale viel zu spät erkennen. Statt bei finanziellen Problemen und einem schlechten Schufa-Score weitere Kredite abzuschließen, sollten die betroffenen Personen zwingend eine Schuldnerberatung aufsuchen.

Ausweg aus Schulden und Krediten

Wer sich für eine solche Schuldnerberatung entscheidet, muss sich darauf einstellen, die Ein- und Ausgaben künftig besser festzuhalten und eine Weile mit einem sehr schmalen Budget zu leben. Es gibt sowohl kostenlose gemeinnützige als auch kostenpflichtige gewerbliche Hilfestellen. Ohne Gebühren bieten beispielsweise die Diakonie, AWO oder Caritas sowie manche Kirchen diesen Service an. Dabei handelt es sich um eine Beratung, letztendlich muss die verschuldete Person alle Maßnahmen selbst durchführen, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Dazu gehört es auch, einen Schuldenplan mit den Schuldnern auszuarbeiten. Der Anlauf auf die sozialen kostenfreien Institutionen ist aber sehr hoch, so dass es zu extrem langen Wartezeit kommen kann.

Wesentlich schneller werden die finanziellen Probleme bei einer professionellen gewerblichen Schuldnerberatung angegangen. Der erste Termin sollte aber auch hier kostenlos sein, ehe für alle weiteren Maßnahmen ein Honorar fällig wird. Neben der Beratung werden auch Gespräche und Verhandlungen mit Schuldnern geführt. Seriöse private Anbieter sind daran zu erkennen, dass sie keine zusätzlichen Versicherungen oder Bausparverträge vereinbaren möchten oder hohe Provisionen verlangen.